Unsere Alltagshelden der Werkfeuerwehr

Juli 28, 2016

Seit dem 01.06.16 ist Wolfgang Breuer der neue Leiter der Werkfeuerwehr bei den Ford-Werken in Köln. Zu diesem Anlass haben wir die Gelegenheit ergriffen, ihn persönlich zu interviewen, um euch einen exklusiven Einblick in die Welt unserer Alltagshelden zu geben. Wie sie für uns durchs Feuer gehen, erfahrt ihr hier!

 
Ford Social Media Team: Wie bist du damals zur Werkfeuerwehr gekommen?

Wolfgang Breuer: Mein Vater war selber vierzig Jahre bei Ford. Nach meiner Ausbildung bei Ford und anschließendem Bundeswehrdienst hatte ich eine Stelle in der Ford-Produktion. Mein Vater fragte mich, ob mir die Arbeit gefällt. Das Geld stimmte zwar, aber ich fragte ihn dann, ob es noch andere Bereiche gäbe, in denen man arbeiten könnte. Daraufhin sagte mein Vater, dass Ford eine Werkfeuerwehr besitzt und er hatte auch damals mit dieser zusammengearbeitet. Daraufhin habe ich mich dort beworben und bin seit 1985 bei der Werkfeuerwehr angestellt.

 
Ford Social Media Team: Was macht die Ford Werkfeuerwehr besonders und gibt es Unterschiede zur normalen Berufsfeuerwehr?

Wolfgang Breuer: Ja, die Ford Werkfeuerwehr hat die Besonderheit, dass man ein Spezialist im Feuerwehrwesen ist, was Industriebrandbekämpfung angeht, was chemische Stoffe angeht und was Wasserschutzgebiete angeht, da die Ford-Werke direkt an den Rhein angrenzen, so dass besondere Anforderungen an uns gestellt werden. Die Unterschiede zur normalen Berufsfeuerwehr sind die, dass wir eben wissen, welchen Bereich wir betreuen. Die Berufsfeuerwehr Köln zum Beispiel betreut die Stadt Köln, und die ist nun mal etwas größer als die Ford-Werke. Das ist der Vorteil einer Werkfeuerwehr, da wir hier wirklich jeden Keller, jedes Dach und jede Halle kennen. Ansonsten ähneln sich die Berufe in den Grundzügen.

 
Ford Social Media Team: Kannst du eine typische Dienstwoche bei der Werkfeuerwehr kurz beschreiben? Welche Aufgaben z. B. sind zu tun, wenn mal kein Einsatz ansteht?

Wolfgang Breuer: Die typische Dienstwoche – ja, wir fangen täglich um 8.00 Uhr den 24-Stunden-Dienst an, da wir rund um die Uhr verfügbar sein müssen. Natürlich über das gesamte Jahr und auch an Feiertagen, wie Weihnachten oder Ostern. Wir fangen morgens mit dem Antreten an, da wird die Vollzähligkeit festgestellt sowie die Fahrzeug- und Wachübernahme vorgenommen. Ich selbst übernehme die Feuerwache in einem kurzen morgendlichen Meeting. Um halb neun rückt ein Teil des Teams in das Werk aus und überprüft dort beispielsweise Feuerlöscher, Wandhydranten, Feuermelder oder stationäre Löschanlagen. Das Team befindet sich dann bis 16.00 Uhr im regulären Dienst und kommt anschließend zurück zur Feuerwache. Während ihres Bereitschaftsdienstes können sich die Kolleginnen und Kollegen im feuerwehreigenen Sportraum körperlich betätigen oder in gemeinsamer Runde bei Gesellschaftsspielen, TV oder Zeitung entspannen. Ab 19.30 Uhr beginnt dann die Ruhezeit, in der die Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit haben, ins Bett zu gehen und zu ruhen. Ab 6.00 Uhr wird das Team dann aus der Ruhephase geweckt, und um 8.00 Uhr können diese dann in den Feierabend gehen.

 
Ford Social Media Team: Was macht Dir an deinem Beruf besonders Spaß?

Wolfgang Breuer: Der Feuerwehrmann selbst ist natürlich bestrebt, Menschen zu helfen und mit ihnen zu arbeiten. Es gehört dazu, Einsätze abzuarbeiten, was aber sehr brisant und spannend sein kann und deshalb sehr viel Spaß macht. Dies stellt auch gleichzeitig die Herausforderung des Berufs dar. Mir persönlich macht es in meiner neuen Position als Leiter der Werkfeuerwehr besonders Spaß, dass ich eine ganz neue Herausforderung erlebe und auch sehr viele Personalmaßnahmen und -entscheidungen treffen darf und muss.

 
Ford Social Media Team: Der Beruf des Feuerwehrmannes ist oftmals eine Männerdomäne. Gibt es auch Frauen bei der Werkfeuerwehr?

Wolfgang Breuer: Bei der Werkfeuerwehr Ford gibt es auch zwei Frauen. Eine Kollegin ist im 24-Stunden-Dienst tätig, also das, was die typische Männerdomäne ausmacht, und übernimmt Aufgaben wie Brandschutz und Rettungsdienst. Die andere Kollegin ist im vorbeugenden Brandschutz tätig und speziell für Brandschutzkontrollen und Brandschauen in den Hallenbereichen verantwortlich.

 
Ford Social Media Team: Besitzen die Frauen separate Räumlichkeiten?

Wolfgang Breuer: Die Frauen bei der Werkfeuerwehr haben separate Sozialräume. Die Kollegin, welche sich in den 24-Stunden-Diensten befindet, verfügt zudem über einen separaten Ruheraum und eigene Sanitärräume. Das Zusammenleben hier auf der Feuerwehrwache hat sich, seitdem die Frauen hier sind, positiv verändert Es macht sehr viel Spaß, mit den Frauen zusammenzuarbeiten.

 
Ford Social Media Team: Gab es einen Einsatz, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Wolfgang Breuer: Ja, das ist noch gar nicht mal so lange her. Vor einem halben Jahr rief man mich als einen sogenannten Notarztzubringer zu einer gestürzten Person. Es betraf einen Mitarbeiter einer holländischen Fremdfirma, der in Merkenich einen Kollegen besucht hatte. Der Mann ist im Foyer eines Gebäudes zusammengebrochen. Er bekam plötzlich einen Herzinfarkt und verletzte sich schwer beim Sturz. Ich als Notarztzubringer war vor Ort und habe dann, als die Einsatzstelle aufgrund einer Menschenansammlung unübersichtlich wurde, die Leitung übernommen. Der Mann wurde von uns bis zum Eintreffen der Berufsfeuerwehr betreut. Gemeinsam mit dieser haben wir dann die Transportbereitschaft hergestellt, um den Verletzten sicher ins Krankenhaus zu bringen.

Das Schöne an der Sache war – und das ist mir gut in Erinnerung geblieben – dass der Mitarbeiter vor ein paar Wochen wieder bei uns war. Und zwar im Rahmen der Übergabe eines Health-and-Safety-Preises, den wir bekamen, weil wir ihm das Leben gerettet haben. Er hat sich an diesem Tag noch einmal persönlich bei uns bedankt. Das war ein sehr schöner und bewegender Moment für mich.

 
Ford Social Media Team: Zu guter Letzt: Verrate uns bitte noch, was dich speziell an der Marke Ford fasziniert oder begeistert!

Wolfgang Breuer: Zunächst einmal ist Ford mein Arbeitgeber. Ich verdiene hier meine Brötchen, das ist schon mal ganz ganz wichtig (lacht). Zudem bin ich schon seit 1979 bei den Ford-Werken beschäftigt und bin seitdem immer Ford gefahren, bis auf mein erstes Mofa, das war eine Kreidler (lacht). Ich war als junger Mensch immer ein Cabrio-Fan und bin alle Escort Modelle gefahren. Bis heute fahren wir Ford. Meine Familie und ich fahren einen S-Max, ich selbst fahre noch einen Fiesta. Und was mich besonders fasziniert ist das Design und die Technologie von Ford. Zudem finde ich es gut, dass Ford viele bezahlbare Modelle anbietet.

 
An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei unserem Alltagshelden Wolfgang Breuer und wünschen ihm und seinem Team viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.

 
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