Tomaten für eine bessere Welt

Juni 20, 2014

Die abstrusesten Ideen sind auf lange Sicht doch meist die besten. Daher wurde bei unseren Ingenieuren und den Kollegen beim Ketchup-Riesen Heinz auch nicht lange gefackelt, als das Potenzial von Tomaten zur Herstellung eines nachhaltigen Bio-Kunststoffes entdeckt wurde. Genauer gesagt geht es um den Einsatz von Tomatenfasern bei der Entwicklung nachhaltiger Verbundwerkstoffe für den Fahrzeugbau. Besonders getrocknete Tomatenschalen könnten in Kabelhalterungen und Innenraumablagen nützlich sein.

„Wir untersuchen, ob sich dieses Nebenprodukt aus der Lebensmittelverarbeitung für Anwendungen im Automobilbau eignet“, sagte Ellen Lee, Plastics Research Technical Specialist for Ford. „Unser Ziel ist es, ein stabiles und leichtes Material zu entwickeln, das die Anforderungen für Fahrzeuge erfüllt und gleichzeitig die Umwelt entlastet“.

Seit knapp zwei Jahren arbeiten wir mit Firmen wie Heinz, Coca-Cola, Nike und Procter & Gamble zusammen und forschen gemeinsam, um einen Kunststoff auf 100-prozentiger Pflanzenbasis zu entwickeln. Dieses Material sollte auch als Verpackung verwendbar sein und die Notwendigkeit von Erdöl bei der Kunststoffproduktion drastisch reduzieren. Bei der H.J. Heinz Company werden jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Tomaten verarbeitet. Unsere Forscherteams suchen nun nach Möglichkeiten, jene Schalen, Stängel und Samen zu nutzen, die dabei als Abfallprodukt anfallen.

„Wir sind sehr gespannt auf neue Technologien“, sagte Vidhu Nagpal, Associate Director, Packaging bei der H.J. Heinz Company. „Obwohl wir uns in einem frühen Stadium der Forschung befinden und noch viele Fragen offen sind, freuen wir uns über die Möglichkeiten, die uns ein nachhaltiger Kunststoff auf 100 Prozent pflanzlicher Basis eines Tages bieten wird“.

Bei uns ist das Thema Recycling Teil der globalen Ford Nachhaltigkeitsstrategie, um den ökologischen Fußabdruck des gesamten Unternehmens spürbar zu verringern. In den letzten Jahren konnten wir die Verwendung von Recyclingmetall und Bio-Materialien im Rahmen der Fahrzeugfertigung deutlich steigern. Beispiele hierfür sind Zellulosefaser-verstärkte Konsolenkomponenten, Kokos-basierte Verbundwerkstoffe, Recycling-Baumwollmaterial für Teppichböden und Sitzbezüge sowie Soja-Schaumstoffe für Sitzpolster und Kopfstützen.

Uns liegt es am Herzen, dass die Welt ein wenig besser wird. Wir verfolgen diese Entwicklungen mit großem Interesse.