Reinis Nitišs – Ford Fan des Monats Dezember

Dezember 23, 2015

Reinis Nitišs ist ein junges Motosporttalent aus Jēkabpils in Lettland. Bei seinem Debüt im FIA World Rallycross Supercar Klassement sicherte sich der sympathische, mittlerweile 20-jährige Reinis, auf Anhieb den dritten Platz in der Gesamtwertung. Dem Ford Social Media Team stand der Rallycross-Fahrer, der von 2014 bis 2015 für das Ford Olsbergs MSE Team an den Start ging, Rede und Antwort.

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Reinis, stell dich unserer Community doch mal kurz vor! Wer bist du und was machst du?
Hi, mein Name ist Reinis Nitišs und ich bin ein 20-jährger Rallycross-Fahrer aus Lettland – ziemlich weit im Norden, verglichen mit dem Rest Europas. Nur ein Stückchen weiter südlich als unsere Nachbarn aus Estland. Meine Motorsportkarriere habe ich bereits im Alter von sechs Jahren begonnen.
2010 war dann das erste Jahr, in dem ich als Rallycross-Fahrer an den Start gegangen bin. Seitdem habe ich 2013 die FIA European Rallycross Meisterschaft in der Super 1600 Kategorie gewonnen. Das was ein entscheidendes Jahr, denn ich habe die notwendigen Fähigkeiten erworben, die Erfahrungen gemacht und Grundlagen gelegt, um den Sprung auf das höchstmögliche Level zu meistern – der FIA World Rallycross Championship.
Die vergangenen zwei Saisons konnte ich mit meinem Ford Olsbergs MSE Team in der renommiertesten All-Wheel-Drive Supercar Serie starten und meine Debüt mit einem dritten Platz im Gesamtklassement krönen – direkt hinter dem Champ Petter Solberg und dem zweitplatzierten Toomas Heikkinen.

Was Rallycross anbelangt fährst du einene Ford Fiesta ST Supercar. Was ist der Unterschied zum Serienfahrzeug?
Um ehrlich zu sein, habe ich für ein paar kurze Rennen einen serienmäßigen Ford Fiesta ST gefahren. In dieser Zeit habe ich allerdings gelernt, dass wir es – abgesehen von den optischen Ähnlichkeiten – mit zwei grundverschiedenen Autos zu tun haben. Das Supercar ist dafür ausgelegt, extremen Kräften standzuhalten, wie man sie im alltäglichen Leben nicht findet. Dennoch bringt der serienmäßige Ford Fiesta ST eine Menge Know-How aus dem Sport mit und macht es für den Alltagsgebrauch auf der Straße anwendbar. Aber was am wichtigsten ist und das Beste an beiden Fahrzeugen: Sie verfügen über höchste Qualität, wenn es um Performance geht.

Was magst du an deinem Supercar am meisten?
Power! Falls ihr jemals die Gelegenheit habt, in diesem Auto zu fahren, lasst sie auf keinen Fall verstreichen! Was mich außerdem beeindruckt, ist die Genauigkeit der Lenkung und wie gut das Fahrzeug in den Kurven der Rennstrecke liegt. Und um einen dritten Aspekt zu nennen: die Adrenalin-Dosis, die ich bekomme, wenn ich auf der Rennstrecke fahre und mich gegen die anderen Fahrer durchzusetzen versuche.

Wie fühlt es sich an, den Motor deines Ford Fiesta ST zu starten?
Das ist eines der besten Gefühle der Welt und es bringt mich immer wieder zum Lächeln. Dieser Sound, wenn der Motor zum Leben erwacht, ist mit nichts auf der Welt zu vergleichen. Mein Blut fließt sofort schneller. Ich wünschte, mein Ford Fiesta ST Supercar wäre mein Fahrzeug für den Alltag. ☺

Hast du einen Spitznamen für deinen Fiesta ST?
Eigentlich nicht – aber ab und zu nenne ich mein Auto „my Buddy“, also meinen Kumpel.

An was denkst du, wenn du an der Startlinie stehst und auf das grüne Startlicht wartest?
In diesem Moment geht es nur darum sich voll und ganz auf den bevorstehenden Start zu konzentrieren. Schließlich spielt er eine entscheidende Rolle in jedem Rennen. Um das überhaupt möglich zu machen, sind stets umfangreiche Vorbereitungen nötig. Rennpläne, Taktik, Zielsetzung, Analyse der Konkurrenz etc. sind bereits vorab abgeschlossen. Nur dadurch ist es möglich, sich in diesem Moment auf den tatsächlichen Start und die erste Kurve zu fokussieren. Alles Weitere entscheidet sich nach der ersten Kurve, denn Rallycross ist eine ziemlich actiongeladene Form des Rennsports. Ich versuche also zunächst, die erste Kurve zu meistern und das weitere Rennen von dort aus zu analysieren. Der Spotter ist dabei eine große Hilfe.

Im Moment ist Rallycross nicht so populär wie andere Formen des Motorsports. Wieso hast du dich trotzdem dafür entschieden?
Es hat sich einfach richtig angefühlt! ☺ Ich habe meine Karriere mit Motorradrennen begonnen, aber bin nach einem Jahr zum Autorennen gewechselt, weil meine Familie fand, das wäre sicherer. Ich bin auch ein paar Jahre Kartrennen gefahren, aber Rundstreckenrennen waren nie so ganz meins.
Außerdem war mein Vater Aigars wettkampfmäßig im Autocross unterwegs, also habe ich Autocross und Rallycross ausprobiert und Rallycross hat zu mir gepasst. Ich bin sehr glücklich, die richtige Wahl getroffen zu haben. Dieser Sport wächst enorm und ich habe zurzeit nicht die Absicht, meine Entscheidung nochmal zu ändern.

Bei deinem Debüt im FIA World RX Supercar Klassement hast du direkt den dritten Platz erreicht. Wie würdest du den Verlauf der Saison 2015 zusammenfassen?
Die Saison ist nicht ganz wie erhofft gelaufen, aber das ist Teil des Motorsports. Das Wettbewerbsniveau hat sich seit der letzten Saisonpause enorm gesteigert. Ich genieße diese Entwicklungen, weil sie mich als Fahrer zwingen, meine Fähigkeiten stets zu verbessern, um mit den Konkurrenten Schritt halten zu können. Es ist hart und ich weiß, dass das nächste Jahr auf jeden Fall noch schwieriger wird, aber für uns bedeutet das nicht, dass wir aufgeben. Wir treten an um zu gewinnen und der Wettkampf ist erst am Ende gewonnen oder verloren. Nicht eine Sekunde davor!

Gibt es neben dem Rallycross auch noch eine andere große Leidenschaft, die du verfolgst?
Ich liebe es im Rallycross unterwegs zu sein. Momentan ist es mein Job, mein Hobby und meine Leidenschaft zugleich. Der Rallycross nimmt auch die meiste Zeit in Anspruch. Ich fahre bei 13 World RX Rennen mit, habe viele Testrennen, Pressetage, Sponsorship Meetings und einige andere Verpflichtungen. Hinzu kommt, dass das eigentliche Fahrerlebnis leider manchmal etwas zu kurz kommt. Ich nutze daher jede Gelegenheit an Rennevents teilzunehmen und andere Fahrzeuge zu fahren und zu testen. Mal hier und mal da aber am Ende des Jahres kommt da ganz schön viel zusammen!
Wenn ich mich mal nicht dem Rennfahr-Business widme, studiere ich noch nebenbei und ich liebe es Zeit in meiner Heimatstadt Jēkabpils zu verbringen, zusammen mit meiner Familie. Jēkabpils ist so etwas wie ein Zufluchtsort für mich geworden. Dort kann ich meinen Kopf von allem befreien und mich zwischen den Rennen erholen.

Gibt es sonst noch etwas, dass du den deutschen Ford Fans mit auf den Weg geben möchtest?
Kommt zu unseren Rallycross-Rennen und drückt mir die Daumen für zukünftige Erfolge!

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Alle Fotos © fiaworldrallycross.com