Rasantes Studentenprojekt für Petrolheads

Februar 28, 2018

Allein das Wort „Studentenprojekt“ hat ja oft einen etwas öden Beigeschmack. Dass das aber überhaupt nicht so sein muss, beweist das RLE RaceCar Projekt.
Nicht weit von unserem Kölner Werk entfernt befindet sich einer der neun deutschen Standorte der RLE International. Der Kernbereich der Firma liegt in der Fahrzeug- und Teilentwicklung. Was eignet sich also für Studenten besser, ihre Fähigkeiten aus verschiedensten Bereichen unter Beweis zu stellen? Richtig, ein cooles Projekt, in dem Studenten mit „Benzin im Blut“, einen serienmäßigen Ford Focus ST zu einem Rennfahrzeug umbauen und auch auf die Strecke bringen! Mit dem großen Ziel: Die erfolgreiche Teilnahme am legendären 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring!

Das Team wird von Patrick Prill geleitet. Vor fünf Jahren rief er das Projekt ins Leben. Für den Umbau hielt ein Focus ST her. Dieser wurde Stück für Stück auf Rennsport getrimmt. Dabei unterstützen die Studenten das Team in ihren jeweiligen Fachbereichen, vom Außendesign bis hin zur Konstruktion einer neuen Abgasanlage. Alle Arbeiten am Fahrzeug werden dabei direkt vom Team koordiniert und umgesetzt, ob im Vorfeld oder direkt an der Strecke.

So wurde für diese Saison eine neue Abgasanlage entwickelt, mit sogenannten Sidepipes (die Abgase entströmen seitlich unter dem Fahrzeug) um den Schwerpunkt vom Tank weiter zu senken und im Heck Platz für eine verbesserte Aerodynamik zu bekommen.

Die Wege im RLE RaceCar Projekt können aber auch spontane und plötzliche Wendungen nehmen, wie Marcels Geschichte beweist.
RLE RaceCar
Marcel kam vor etwas mehr als vier Jahren als einer der ersten Studenten zu dem Projekt dazu. Eigentlich kam er nur, um seine Bachelor-Arbeit zu schreiben, worin auch prompt das RaceCar bzw. dessen Fahrwerk als Forschungsobjekt herhielt. Nach seinem Studium ergab sich die Möglichkeit bei RLE International zu bleiben, wenn auch für ein anderes Projekt. Trotzdem blieb er dem RaceCar-Projekt treu und unterstützte das Team weiterhin, z.B. auch bei Rennen. Normalerweise sitzt bei Rennen Patrick Prill selbst am Steuer, doch während eines VLN-Rennens 2014 ergab es sich, dass ein weiterer Fahrer eingesetzt werden musste. Da Marcel neben seiner Motorsport-Leidenschaft auch eine Fahrer-Lizenz mitbrachte, war der Fall klar: Er musste ran! Mit einer Mischung aus Respekt und Vorfreude setzte er sich hinters Steuer und fährt nun schon sein viertes 24-Stunden-Rennen. „Wir haben das nie bereut. Eine ganz, ganz tolle Geschichte“, schwärmt Patrick Prill. „Vom Studenten, zum Fahrer, zum Betreuer.“
RLE RaceCar
Aktuell wird der Ford Focus ST auf die neue Rennsaison vorbereitet. Auf der Nordschleife brachte es das Fahrzeug mit seinen 1280 kg und den 310 PS auf eine respektable Rundenzeit von 7:25. Damit der Focus ST auch in der neuen Saison Bestleistung bringt, arbeitet das Team jetzt an der Optimierung des Focus ST. Neben der neuen Abgasanlage werden unter anderem selbst designte Karbon-Teile für die Karosserie angefertigt und die gesamte Fahrzeugelektronik optimiert. Der Wagen hat übrigens schon vier 24-Stunden-Rennen hinter sich, weshalb bereits jetzt die Pläne für einen Nachfolger für die Saison 2019 geschmiedet werden, doch dazu später mehr.

Auf dem Weg zum 24-Stunden-Rennen werden wir das Team natürlich begleiten und hier darüber berichten. Stay tuned!