#FordFan des Monats: der älteste Taunus der Welt

Oktober 29, 2014

Der 29-jährige Hannes aus Krefeld kann stolz behaupten, den ältesten Ford Taunus der Welt zu fahren: den Ford Taunus G 93 A, Baujahr 1939.

Wenn man mit Ende 20 im Besitz eines 75-jährigen Oldies ist, muss eine interessante Chronik dahinter stecken – und diese hat uns Hannes verraten.

Die Geschichte begann 1979 in Skandinavien. Damals waren Hannes’ Großeltern im Dänemark-Urlaub, als sein Großvater Wolfram Düster den Taunus auf einem Schrottplatz entdeckte. Schnell war ihm klar, dass er diesen Schatz sehr bald in mühevoller Kleinarbeit restauriert und ihn somit retten wird. Und so kam es, dass der Taunus drei Jahre später im Rheinland seine zweite Geburt feierte. Vorerst jedoch nur in der Garage, denn nach der Restauration wurde das Fahrzeug nicht mehr bewegt.

„Als mein Großvater 2010 verstarb, habe ich dann das Fahrzeug übernommen“ sagt Hannes und fügt hinzu: „Im Frühjahr dieses Jahres habe ich den Taunus nach knapp 30-jähriger Standzeit aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Natürlich brauchte der Wagen ein wenig Starthilfe und ein paar Neuteile. Deshalb habe ich zum Beispiel die Bremsen und den Auspuff erneuert und ihn mit frischen Reifen versorgt.“

Die liebevoll aufgepäppelte Taunus-Karosse trägt einen 1172 ccm-großen 4-Zylinder-Motor unter der Haube, der ganze 34 PS an Leistung vorzuweisen hat. Wegen seines buckeligen Hecks wird die Baureihe im Volksmund auch Buckel-Taunus genannt. Der edle Klassiker wird von Hannes vorwiegend zu besonderen Anlässen ausgefahren. Zum Beispiel ist er bei vielen Ford Club-, Tuning- und Oldtimer-Treffen mit von der Partie. Wenn sich das Wetter von seiner schönsten Seite zeigt, fährt Hannes auch gerne am Wochenende mit ihm spazieren. Im Sommerurlaub auf Rügen hat ihm sein buckliger Weggefährte auch schon Gesellschaft geleistet. „Bei längeren Strecken wird der Taunus aber per Anhänger transportiert. Manchmal fahre ich mit ihm auch einfach zur Pommes-Bude, was natürlich immer für großes Aufsehen sorgt. Aber das ist eher die Ausnahme. Den Alltagsverkehr mute ich ihm nicht zu“ erzählt der begeisterte Oldtimer-Fan.

Von Kindesbeinen an hegte Hannes eine große Leidenschaft zu Autos und speziell zu Oldtimern. „Mit fünf Jahren habe ich viel Zeit mit meinem Großvater und seinen Oldtimern verbracht. Bei ihm habe ich viel gelernt. Wir sind damals gemeinsam auf vielen Veranstaltungen gewesen und mein Großvater hat mich in sein Hobby integriert. Dadurch bin ich schon sehr lange in dieser Szene aktiv.“

Sein mittlerweile verstorbener Großvater, Wolfram Düster, ist für unser Unternehmen kein Unbekannter. Im Alter von neun Jahren nahm Wolfram mit seinen Eltern an der großen Europa-Sternfahrt zur Eröffnung des Ford-Werkes in Köln-Niehl teil. An diesem Tag verlor der junge Wolfram sein Herz an Ford Oldtimer und wurde später zum absoluten Auto-Enthusiasten und waschechten Ford Oldtimer-Experten. Seinerzeit war er unter anderem als Typreferent für den Ford Eifel tätig und brachte über dieses Modell (welches im Übrigen der Vorgänger des Taunus ist) ein Buch auf den Markt. Insgesamt besaß Wolfram Düster in seinem Leben dreißig verschiedene Ford Modelle und sammelte neben fahrenden Klassikern auch längst verloren geglaubte Original-Unterlagen.

Das Wissen über Ford Oldtimer hat Hannes zweifellos von seinem Großvater erworben. Und dass er schon längst in dessen Fußstapfen getreten ist, beweist sein großes Engagement: Hauptberuflich ist er in der Kfz-Branche tätig, ehrenamtlich arbeitet er für die Ford-Werke als Ford Eifel-Typenreferent und beim Verein Alt Ford Freunde e.V. ist er Jugendbeauftragter.

Wie einst sein Opa gehört Hannes zu den Sammlern: „Neben dem Buckel-Taunus fahre ich noch einen Ford Taunus von 1950 in der sehr seltenen Cabriolet-Ausführung, der bei der Firma Deutsch in Köln Braunsfeld gebaut wurde. Und wenn es mal schneller gehen muss, habe ich noch einen Ford Capri Turbo von 1982“ verrät uns Hannes.

„An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem langjährigen Freund Marcus bedanken, der mich viele Stunden bei meinem rostigen Hobby unterstützt hat. Und ich bin auch sehr froh darüber, dass mich meine Lebensgefährtin einfach machen lässt und mich immer begleitet.“

Wir danken Hannes für die schöne Geschichte und freuen uns darüber, dass ihm unsere Ford Klassiker so viel bedeuten.