Ford testet den Rettungsgassen-Assistenten

September 25, 2018

Bei einem Autounfall zählt jede Sekunde! Eine funktionierende Rettungsgasse ist für eine schnelle Rettung von enormer Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass die Überlebensrate von Verkehrsopfern sogar um bis zu 40 Prozent verbessert werden kann, wenn sie nur vier Minuten früher behandelt werden (Quelle: https://ffkirnberg.files.wordpress.com/2011/11/rettungsgasse1.pdf). Umso erschreckender: In Deutschland ergab eine Umfrage, dass fast die Hälfte aller Autofahrer nicht weiß, wie eine Rettungsgasse gebildet wird (Quelle: http://ots.de/9T7STl).

Gemeinsam mit Vodafone testen wir derzeit eine vernetzte Fahrzeugtechnologie, die den Fahrer auf einen vorausliegenden Unfall aufmerksam machen soll. Darüber hinaus kann das System frühzeitig davor warnen, dass sich Einsatzfahrzeuge nähern – und die Nutzung der richtigen Straßenseite empfehlen, um eine Behinderung der Rettungsfahrzeuge zu vermeiden.

Das System soll die Bildung einer Rettungsgasse erleichtern, damit Feuerwehrfahrzeuge, Krankenwagen und Polizeiautos schneller an ihr Ziel gelangen. Die Tests erfolgen im Rahmen von KoMoD (Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf).

Bereits beim neuen Ford Focus kann die „eCall“-Funktionalität im Falle eines Unfalls automatisch Rettungsdienste anrufen. Auch Insassen können durch manuelles Betätigen einer SOS-Taste im Fahrzeug einen Unfall oder sonstige Notlagen melden. In Erwartung einer Zukunft, in der Fahrzeuge über Mobilfunknetze und eingebettete Modems miteinander kommunizieren, untersuchen wir zusammen mit Vodafone nun, wie „eCall Plus“ auch andere Fahrer über einen Unfall in einer Entfernung von bis zu 500 Metern informieren kann. Einsatzfahrzeuge sollen zudem Warnung ausgeben. Über In-Car-Displays würden Autofahrern dann hilfreiche Empfehlungen für die rasche Bildung von Rettungsgassen angezeigt.

Die neue Technologie ergänzt die Rettungsfahrzeug-Warnfunktion, die Ford ebenfalls im Rahmen von KoMoD testet. Dabei werden Signale aus dem Krankenwagen, Feuerwehrfahrzeug oder Polizeiauto an Autofahrer in der nahen Umgebung gesendet, damit diese wissen, wie weit das Einsatzfahrzeug jeweils entfernt ist. Das kann vor allem in urbanen Gebieten nützlich sein, zum Beispiel an einer Kreuzung, an der es für Autofahrer manchmal schwierig sein kann, das Geräusch der Sirene korrekt zu verorten.

Ford wird bei KoMoD auch weitere Technologien testen, die Potenzial für die Verwendung im Bereich vernetzter Fahrzeuge bieten. So nutzt etwa das „Traffic Light Assistance System“ bestimmte Ampel-Informationen zur Verbesserung von Sicherheit und Verkehrsfluss. Und die Testversion eines Baustellen-Informationssystems warnt Fahrer vor temporären Geschwindigkeitsbegrenzungen, langsamen Baufahrzeugen oder Fahrbahn-Sperrungen.

Ein Video zum Rettungsgassen-Assistent gibt es hier.