Das Comeback des Flügelautos

November 12, 2013

Im Frühjahr fand mitten in der Kölner Innenstadt ein wahres Happening statt: Das bekannte „Flügelauto“ des Kölner Künstlers HA Schult wurde nach einer Generalüberholung am 4. April mit einem Spezial-Kran auf den 20 Meter hohen Treppen-Turm des Kölnischen Stadtmuseums gehoben. Seitdem thront es wieder über den Dächern von Köln. Wir dokumentieren das spektakuläre Ereignis noch einmal für euch in diesem Blog-Beitrag:

Die Transport-Arbeiten der Firma Colonia-Spezialfahrzeuge begannen bereits in den frühen Morgenstunden. In den Ford-Werken wurde das Kunst-Auto zunächst auf einen Tieflader verladen, dann ging es gegen 9.00 Uhr auf die Straße. Mit einer Polizei-Eskorte wurde der Koloss vor das Kölner Stadtmuseum gebracht: Sein Gesamtgewicht beträgt mehrere Tonnen – jeder Flügel wiegt allein 800 Kilogramm, die Ford Fiesta-Karosse kommt allein auf 200 Kilogramm und der Motorraum ist mit 1,2 Tonnen schweren Eisenbahnschienen belastet. Das Gesamtkunstwerk hat stattliche Ausmaße: Die Flügel waren vom Künstler damals aus glasfaserverstärktem Polyesterharz mit zehn Zentimetern Wandstärke geformt worden und sind mit Polyurethanschaum gefüllt. Sie verleihen dem Auto nahezu überirdische Maße: eine Länge von 6,20 Metern, eine Breite von zehn Metern und eine Höhe von 3,50 Metern. Die Karosse war bei der ursprünglichen Fertigung von HA Schult komplett entkernt und mehrschichtig mit Epoxidharz ausgekleidet worden.

Es brauchte folglich einen Spezial-Kran, um das Flügelauto nach der Restaurierung wieder auf den 20 Meter hohen Treppen-Turm des Kölnischen Stadtmuseums heben zu können. Schlosser der Stadt Köln haben ihn anschließend in luftiger Höhe montiert.

Wie kam es überhaupt zu dem Comeback? Im November 2012 hatte das Flügelauto von HA Schult seinen Platz auf dem Kölnischen Stadtmuseums räumen müssen, weil bei einer der regelmäßigen Begutachtungen des Bauwerks Mängel am Turm und an der Betonstandplatte entdeckt wurden. Während die Stadt Köln diese Mängel beheben ließ. Nun strahlen der „Goldene Vogel“ und sein „Nest“ in neuem Glanz. Bei der feierlichen Neu-Installation seines Kunstwerks war übrigens nicht nur der Künstler HA Schult samt seiner Muse Elke Koska persönlich dabei. Auch der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters sowie Ford-Chef Bernhard Mattes freuten sich vor Ort über das Comeback des Flügelautos.

Bleibt zu hoffen, dass dieses nun für lange Zeit über der Kölner Altstadt erstrahlen wird. Die Außenflächen sind jedenfalls mit Zinkchromat und Acrylmetalllack überzogen und enthalten eine spezielle Fixier-Schicht, die das Denkmal schmutzfrei halten soll.